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Kreative Mission: „Menschen lieben, anstatt verkrampft hip sein zu wollen“ – Im Gespräch mit Michael Sengle von Steiger Deutschland

Das Misssionswerk Steiger entstand Anfang der Achtziger in Amsterdam. David Pierce und seine Band „No Longer Music“ gingen schon damals (und heute immer noch) in die Punk-Clubs um das Evangelium zu predigen. Mittlerweile ist Steiger über die ganze Welt verteilt, organisiert Musikfestivals, betreibt Jüngerschaftsschulen etc. Mit Steiger-Deutschland „Chef“ Michael Sengle sprach ich über die verändernde Kraft von Musik, darüber erst einmal selbst mit Gott ins Reine zu kommen und über die Macht der persönlichen Bekehrungsgeschichte.

Hi Michael, Du arbeitest bei Steiger Deutschland. Magst Du uns kurz erzählen, was das internationale Missionswerk Steiger so besonders macht?
Besonders klingt so nach „besser als andere“… uns ist wichtig, einfach dahin zu gehen, wo Menschen sich aufhalten, wo sie gerne sind. Dabei fragen wir uns (und sie) was sie beschäftigt, worüber sie sich Gedanken machen. Denn so oft verbringen wir Zeit im geschützten Rahmen der Gemeinde oder z.B. auf christlichen Festivals, dass wir ganz schön weit weg von der Lebensrealität kirchendistanzierter Menschen sind. Uns ist also zum einen das Hingehen wichtig, zum anderen das Überlegen, wie wir Menschen, die oft ein stark von Vorurteilen geprägtes Bild von Christen haben, erzählen können, wer Gott wirklich ist. Also suchen wir die passende Sprache und ein Medium, das die Leute anspricht.

Ganz praktisch arbeiten wir viel mit Musik und Kunst. Und wenn ich noch etwas anfügen darf, was uns anscheinend auszeichnet: Vor kurzem hat mir ein Mitarbeiter gesagt, dass er sich gar nicht vorstellen könnte in einer Gemeinde oder einem anderem Werk mitzuarbeiten, denn da dürfe man sich nicht wirklich während der Arbeitszeit Zeit nehmen, um „Gott zu suchen“, d.h. Zeit mit Gott zu verbringen. Ich kenn’ mich da nicht so gut aus wie er, aber bei uns ist es immer wichtig anzuhalten und zuerst mal nach Gott zu fragen.

Und was sind Deine Aufgaben bei Steiger?
Ich habe vor Jahren die lokale Arbeit in Karlsruhe gestartet und vor knapp vier Jahren an neue Leiter übergeben. Im Hintergrund bin ich der „Leiter von Steiger in Deutschland“, was sich viel wichtiger und größer anhört als es ist. Wir haben Leute in drei verschiedenen Städten und die sind selber so gut, dass sie weitgehend selbständig arbeiten; ich bin theoretisch ihr Chef. Daneben war ich jetzt viele Jahre Teil des Leitungsteams von Steiger International, wo es eher darum ging, strategische Entscheidungen zu treffen und die Gesamtvision von Steiger weltweit weiterzuentwickeln. Meine Basisarbeit ist der Aufbau eines internationalen Zentrums von Steiger in Krögis, einem kleinen Dorf in der Nähe von Dresden. Dort haben wir jeden Sommer eine zehnwöchige internationale Schule zum Thema „Mission unter jungen Erwachsenen“, dieses Jahr mit ca. 60 Teilnehmern. Wir wollen noch mehr Raum schaffen, um Menschen, die spirituell auf der Suche sind, dort die Möglichkeit zu geben für eine gewisse Zeit mit Christen zusammen zu wohnen und Fragen zu stellen. Und zudem dient der von uns gekaufte Hof als Zentrum für Künstler, die ihre Begabung evangelistisch einsetzten wollen.

Zur Zeit bin ich tatsächlich viel mit Organisation und Finanzen, also insgesamt Büroarbeit beschäftigt, wobei dazu auch gehört, ein Festival zu planen, was sich dann nicht ganz so langweilig anhört. Dann predige ich noch ab und zu in Gemeinden und Jugendgottesdiensten, halte Seminare und möchte bald mal wieder etwas machen, wo ich näher an den Leuten dran bin, weil ich grade definitiv zu viel Zeit im Büro verbringe. Insgesamt aber liebe ich meinen abwechslungsreichen Job. Kreative Mission: „Menschen lieben, anstatt verkrampft hip sein zu wollen“ – Im Gespräch mit Michael Sengle von Steiger Deutschland weiterlesen